Neue Golf Regeln per Juni 2004.
Regel-Tipp. Aus der Praxis für die Praxis – von Regel-Experte Joachim Woehe,
DGV-Spielleiter und Platzrichter.
Da hatten es die altwürdigen Herren der „Company of Edinburgh Golfers“ seit
1744 schon besser. Sie mussten sich nur mit 13 Regeln herumplagen, die auf
einer (1) Seite niedergeschrieben waren.
Wenn es nach mir ginge, würden wir heute wieder so oder ähnlich spielen nach
dem Motto: „Spiele den Ball, wie er liegt; und wenn Du es nicht kannst oder
willst, nimm 1 Strafschlag wie Regel ,unspielbarer Ball‘ und spiele von
anderer Stelle weiter.“
Zum Glück wurden die – wie immer nach 4 Jahren erneut überarbeiteten – 193
Seiten der „Offiziellen Golfregeln 2004 – 2007“ nicht komplett neu
geschrieben. Sie sind vor allem stilistisch/kosmetisch verändert worden;
substanziell aber nur geringfügig. Hier die wichtigsten Änderungen:
1. Die „Etikette“ (die allgemeinen Verhaltensregeln) wurde gründlich
überarbeitet; ein neues Kapitel „der wahre Geist des Spiels“ (Spirit of the
game) wurde hinzugefügt.
Neu ist, dass Spielleitungen (endlich) auch schwerwiegende Etikette-Verstöße
von Spielern nach Regel 33-7 mit Disqualifikation vom Wettspiel ahnden
können. Spielleitungen sollten dabei unbedingt die Empfehlungen von R&A
(z.B. Dec.33-7/8) beachten.
2. Erklärung „verlorener Ball“: Bisher war ein Ball u.a. dadurch verloren,
dass ein Spieler vor Ablauf von 5 Min. Suchzeit z.B. einen neuen Ball durch
Fallenlassen ins Spiel brachte. Nun gilt er erst als verloren, wenn ein
Schlag nach einem neu fallen gelassenen oder ersetzten Ball gemacht wurde.
3. Spielen eines „Regelballs“ im Zählspiel (Reg. 3-3):
Neu ist, dass der Spieler das Spielen von 2 Bällen Zähler bzw. Mitbewerber
ankündigen muss, und dass er nun auch bei gleichen Ergebnissen mit beiden
Bällen den Sachverhalt der Spielleitung melden muss.
4. Ball im Hindernis; verbotene Handlungen (Reg. 13-4, Ausn. 2):
Nunmehr darf auch der Caddie (wie der Spieler) erst nach dem Spielen des
Schlags Sand und Erdreich im Hindernis einebnen. Die bisherigen
Voraussetzungen für dieses Handeln gelten natürlich weiterhin, falls der
Ball nach dem Schlag noch im Hindernis ist.
5. Puttlinie berühren; lose hinderliche Naturstoffe (Reg.16-1a):
Der Spieler darf künftig lose hinderliche Naturstoffe nicht nur mit der Hand
oder dem Schläger sondern auf beliebige Art und Weise entfernen;
vorausgesetzt, er drückt nicht irgendetwas nieder.
6. Lose hinderliche Naturstoffe im Gelände (Reg. 23-1):
Bisher zog sich ein Spieler automatisch einen Strafschlag zu, wenn sich sein
Ball bewegte, nachdem Spieler, Partner, deren Caddies einen solchen
Naturstoff innerhalb einer Schlägerlänge vom Ball entfernt berührt hatten.
Nun muss – egal in welcher Entfernung der Naturstoff war – im Einzelfall
geprüft werden, ob das Bewegen des Balls vom Spieler etc. verursacht wurde.
7. Erleichterung bei „unbeweglichem Hemmnis" im Bunker (Reg. 24-2b):
Neu ist, dass wie bei „ungewöhnlich beschaffenem Boden, zeitweiligem Wasser
etc.“ im Bunker (Reg. 25) der Spieler nun auch bei Behinderung durch ein
unbewegliches Hemmnis (z.B. Drainagerohr) seinen Ball nicht nur straflos im
Bunker, sondern auch mit einem Strafschlag außerhalb des Bunkers „zurück auf
der Linie Loch-Ball“ fallen lassen kann.
Alles verstanden? War doch nicht so viel oder?
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